Es ist der heißeste Tag des Jahres, kurz nach 20 Uhr. In einem Seniorenheim in Krefeld brechen fünf Bewohner zusammen und müssen ins Krankenhaus gebracht werden. Mehr als 50 Einsatzkräfte rücken an, Dutzende weitere Bewohner werden in kühlere Räume verlegt. Der Großeinsatz zieht sich bis zwei Uhr in der Nacht [1].

Solche Szenen sind keine Ausnahme mehr. Anfang Juni 2026 schlugen ver.di NRW und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe gemeinsam Alarm: Steigende Sommertemperaturen bringen viele stationäre Pflegeeinrichtungen an ihre Grenzen. Beide Organisationen fordern ein Sofortprogramm von 125 Millionen Euro über fünf Jahre – allein für Hitzeschutz und energetische Sanierung in der Altenpflege [2].

Für Investoren ist das mehr als eine sozialpolitische Schlagzeile. Es ist ein Hinweis darauf, welche Gebäude in den nächsten Jahrzehnten gefragt sein werden – und welche teuer nachgerüstet werden müssen. Dieser Artikel erklärt, warum Hitze in der Pflege ein ernstes Problem ist, warum die Lösung beim Bau beginnt und was ein gut geplantes Gebäude konkret leisten kann.

Hitze in der Pflege ist ein unterschätztes Risiko

Hitze ist in Deutschland kein Randthema mehr. Laut Umweltbundesamt und Robert Koch-Institut gab es sowohl im Sommer 2023 als auch 2024 jeweils rund 3.000 hitzebedingte Todesfälle. Am stärksten gefährdet sind Menschen über 75 Jahre mit Vorerkrankungen – etwa Demenz, Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen [3]. Das ist exakt die Bewohnerschaft einer Pflegeeinrichtung.

Der Grund liegt in der Biologie: Im Alter ist die Fähigkeit des Körpers, Hitze auszugleichen, reduziert. Das Durstempfinden lässt nach, das Herz-Kreislauf-System arbeitet weniger belastbar. Besonders kritisch wird es, wenn mehrere Hitzetage ohne nächtliche Abkühlung aufeinanderfolgen – dann staut sich die Wärme in den Gebäuden und im Körper [3]. Der Vorfall in Krefeld zeigt, wie schnell aus einem heißen Abend ein Notfall mit Rettungsdienst wird.

Genau hier setzt die Warnung von ver.di und Diakonie an: „Wenn die Temperaturen steigen, geraten viele Häuser an ihre Grenzen. Bewohner brauchen mehr Unterstützung, gleichzeitig steigen die Belastungen für die Beschäftigten" [2]. Das Problem ist also doppelt – es trifft die zu Pflegenden und die Pflegenden zugleich.

Warum nachträglicher Hitzeschutz an Grenzen stößt

Die naheliegende Reaktion auf heiße Räume sind mobile Klimageräte. Sie helfen punktuell, haben aber bekannte Nachteile: hoher Stromverbrauch, Lärm, Zugluft und das ständige Umstellen von Raum zu Raum. Für viele Bestandsgebäude bleibt es bei dieser Notlösung – und genau deshalb fordern die Verbände ein millionenschweres Sanierungsprogramm [2]. Nachrüsten ist teuer, weil das Gebäude von Grund auf nicht für sommerliche Hitze ausgelegt wurde.

Dabei ist sommerlicher Wärmeschutz für Neubauten längst gesetzlich verankert. Das Gebäudeenergiegesetz (§ 14 GEG) verlangt in Verbindung mit der Norm DIN 4108-2 einen Nachweis, dass sich Räume im Sommer nicht unzulässig aufheizen. Als Orientierung gilt je nach Klimaregion eine Grenz-Innentemperatur von 25 bis 27 °C, die nur in höchstens zehn Prozent der Nutzungszeit überschritten werden darf [4].

Der entscheidende Punkt: Ob ein Gebäude diese Werte einhält, wird in der Planung entschieden – über Dämmung, Verschattung, Speichermasse und Haustechnik. Wer beim Bau richtig plant, braucht später kein Notprogramm.

Die Lösung beginnt beim Bau – als Zusammenspiel vieler Maßnahmen

Guter Hitzeschutz ist kein einzelnes Gerät, sondern ein Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen. exsos-Landhäuser werden in Massivholzbauweise mit hohen Dämmwerten errichtet, mit außenliegendem Sonnenschutz und einer Gebäudeausrichtung, die die Sonnenlast begrenzt. Das Ziel: Die Wärme soll gar nicht erst ins Gebäude gelangen.

Was dennoch an Wärme entsteht, fängt die Haustechnik ab. Eine Flächenheizung, die hinter Decken und Wänden verbaut ist, lässt sich in Verbindung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe umkehren: Statt zu heizen, entzieht das System den Räumen Wärme und kühlt moderat. Das ist keine Klimaanlage auf Knopfdruck – und genau das ist der Vorteil:

  • Zugfrei und leise: Die Kühlung geht von den Flächen aus, nicht von einem Gebläse. Keine Zugluft, kein Lärm, kein aufgewirbelter Staub – Faktoren, die gerade für ältere und pflegebedürftige Menschen wichtig sind.
  • Gleichmäßig statt punktuell: Die Wand wirkt auf den ganzen Raum, nicht nur auf einen Sitzplatz vor dem Gerät.
  • Solar gedeckt: Der Strombedarf fällt vor allem an heißen, sonnigen Tagen an – also genau dann, wenn die Photovoltaikanlage auf dem Dach am meisten Strom liefert.

Entscheidend ist das Zusammenspiel: Verschattung und Dämmung halten die Hitze draußen, die Speichermasse des Gebäudes puffert Temperaturspitzen, und die Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlt das, was übrig bleibt. Kein Einzelbaustein macht den Unterschied – die Kombination macht ihn.

Wie Holzbauweise, Luft-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaik bei exsos-Landhäusern zusammenspielen, beschreibt der Artikel Nachhaltigkeit bei Pflegeimmobilien: DGNB, KfW-QNG & Holzbau.

Jeder Standort bekommt eine eigene Klimarisikoanalyse

Bevor gebaut wird, lässt exsos für jeden Standort eine Klimarisikoanalyse erstellen. Sie ist Teil der Nachhaltigkeitszertifizierung nach dem DGNB-System (Kriterium zu den kleinräumigen Umgebungsrisiken) und bewertet, welchen Klimarisiken ein Standort ausgesetzt ist – Hochwasser, Wind und vieles mehr, und eben auch Hitze [5].

Für das Thema Hitze schaut die Analyse doppelt hin: einmal auf heute und einmal auf die Projektion bis zum Jahr 2100. Bewertet wird nicht nur das Gebäude, sondern ausdrücklich auch der Betrieb und die Nutzenden – mit dem Hinweis, dass längere Hitzeperioden „insbesondere bei vulnerablen Personengruppen (z. B. ältere Menschen)" zu gesundheitlichen Risiken führen können [5]. Genau diese Gruppe wohnt im Landhaus.

Das ist der ehrliche Kern des Ansatzes: Das Hitzerisiko wird nicht ignoriert und nicht schöngeredet, sondern pro Standort dokumentiert – und die getroffenen Schutzmaßnahmen (außenliegender Sonnenschutz, Gebäudelage und -ausrichtung, Kühlfunktion der Haustechnik) werden festgehalten. Der Investor bekommt damit nicht nur das Versprechen, dass wir die Risiken aktiv angehen, sondern auch eine nachvollziehbare Bewertung.

Was eine interne Messung zeigt – ehrlich eingeordnet

In einem Landhaus wurde an mehreren aufeinanderfolgenden Hitzetagen die Innenraumtemperatur in den Apartments gemessen. Das Ergebnis: Sie lag bei 25 bis 26 °C – also innerhalb des Komfortbereichs, den auch der gesetzliche Maßstab für sommerlichen Wärmeschutz (25 bis 27 °C) als Grenze ansetzt [4].

Wir sagen offen dazu, was diese Zahl ist und was nicht: Es handelt sich um eine interne Eigenmessung von exsos und Landhaus [6], kein normierter Nachweis. Sie zeigt aber, dass das Zusammenspiel aus Dämmung, Verschattung, Speichermasse und moderater Flächenkühlung in der Praxis funktioniert – an Tagen, an denen draußen deutlich höhere Temperaturen herrschten.

Diese Einordnung ist uns wichtig. Ehrlichkeit ist der Kern unserer Kommunikation: Lieber eine belastbare Zahl mit klarem Kontext als ein Hochglanz-Versprechen, das einer Nachfrage nicht standhält.

Warum das für Investoren relevant ist

Hitzeschutz wirkt auf den ersten Blick wie ein Pflege- und kein Investmentthema. Tatsächlich ist es beides.

Ein Gebäude, das sommerliche Hitze baulich beherrscht, ist ein zukunftssicheres Gebäude. Es gerät nicht in die Lage, in der laut Verbänden viele Bestandseinrichtungen heute stecken – mit teurem Nachrüstbedarf und politischem Druck zur Sanierung [2]. Wer in einen Neubau investiert, der den sommerlichen Wärmeschutz von Anfang an erfüllt und dessen Standortrisiken dokumentiert sind, trägt dieses Sanierungsrisiko nicht.

Dazu kommt der betriebliche Aspekt: Bewohner, denen es auch im Hochsommer gut geht, und Personal, das unter erträglichen Bedingungen arbeitet, sind die Grundlage eines stabil laufenden Hauses. Und ein stabil laufendes Haus ist die Grundlage für die Mietsicherheit, auf der das gesamte Pflegeimmobilien-Modell beruht.

Bei exsos kommen Bau und Betrieb aus einer Hand: exsos plant und baut, Victor's – einer der drei größten Betreiber von Pflegeimmobilien in Deutschland – betreibt die Häuser dauerhaft. Geschäftsführer Thoralf Bäring ist gelernter Zimmermann und studierter Bautechniker mit über 40 Jahren Erfahrung in der Bauausführung. Die Bauphysik eines Landhauses ist deshalb kein Zufallsprodukt, sondern Kernkompetenz – und der sommerliche Wärmeschutz ein Teil davon.

Fazit

Hitze ist für pflegebedürftige Menschen ein ernstes, wachsendes Risiko – der Notfall in Krefeld ist die Realität, die dahintersteht. Für viele bestehende Einrichtungen bedeutet sie ein teures Nachrüstproblem. Die wirksamste Antwort liegt nicht im mobilen Klimagerät, sondern im Gebäude selbst: gut gedämmt und verschattet, mit Speichermasse, mit einer Flächenheizung, die über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch moderat kühlt – und mit einer Klimaanalyse, die das Hitzerisiko jedes Standorts von Anfang an benennt. Für den Investor bedeutet das eine Substanz, die nicht gegen das Klima von morgen, sondern mit ihm geplant wurde.

Sie möchten die Klimarisikoanalyse eines Standorts einsehen oder verstehen, wie der sommerliche Wärmeschutz eines exsos-Landhauses konkret ausgelegt ist? Wir zeigen Ihnen die Unterlagen – transparent und nachprüfbar. Sprechen Sie uns an.


Quellen und Nachweise

[1] n-tv: „Seniorenheim-Bewohner kollabieren wegen Hitze" – Bericht über den Hitze-Großeinsatz in einem Krefelder Seniorenheim (fünf Bewohner ins Krankenhaus, über 50 Einsatzkräfte). https://www.n-tv.de/panorama/Seniorenheim-Bewohner-kollabieren-wegen-Hitze-id31021067.html

[2] ver.di NRW / Diakonie RWL: „Hitzebelastung Altenpflege – ver.di NRW und Diakonie RWL fordern Investitionen", Pressemitteilung vom 02.06.2026. https://www.verdi.de/nrw/presse/pressemitteilungen/hitzebelastung-altenpflege-verdi-nrw-und-diakonie-rwl-fordern-investitionen-schutz-und

[3] Umweltbundesamt / Robert Koch-Institut: Hitzebedingte Todesfälle in Deutschland – rund 3.000 Sterbefälle in den Sommern 2023 und 2024, besonders gefährdet sind über 75-Jährige mit Vorerkrankungen. https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/hitze-hitzeextreme

[4] Gebäudeenergiegesetz (GEG) § 14 i. V. m. DIN 4108-2:2013-02 (Sommerlicher Wärmeschutz, Grenz-Innentemperatur 25–27 °C je nach Klimaregion). https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__14.html

[5] DGNB-Zertifizierungssystem, Kriterium zu kleinräumigen Umgebungsrisiken (SITE1.1): standortbezogene Klimarisikoanalyse inkl. Bewertung des Hitzerisikos für Gebäude und Nutzende (heute und Projektion bis 2100). Grundlage der standortbezogenen Klimarisikoanalysen von exsos. https://www.dgnb.de/de/zertifizierung

[6] Interne Eigenmessung von exsos / Landhaus: Innenraumtemperatur 25–26 °C an mehreren aufeinanderfolgenden Hitzetagen (nicht unabhängig zertifiziert).


Dieser Artikel ist Teil unseres Themenbereichs HEIMAT & PFLEGE – Gesellschaft, Region, Verantwortung: warum Pflegeimmobilien mehr sind als Rendite.